Koh Samui
19. März 2016Heute erreichten wir nach 637 nautischen Meilen die thailändische Insel Koh Samui. Da der Hafen der Insel für die “Mein Schiff” nicht geeignet war, wurde der Anker etwas weiter von der Insel entfernt geworfen und man musste mit den sogenannten Tenderbooten zur Insel übersetzen. Diese begrüßte uns mit 38°C.
Auf dem Schiff (und eigentlich auch schon vorher im Internet, nur das hatten wir irgendwie verpasst…;)) konnte man an den Vortagen bereits Ausflüge für Koh Samui buchen. Wir hatten uns gegen Strand und für Action entschieden und so sollte es mit dem Jeep ins bergige Inselinnere gehen. Die Ladeflächen der Jeeps waren umgebaut, sodass 6-8 Personen auf seitlich befestigten Bänken Platz nehmen konnten. Unsere Mitreisenden waren zwei Ehepaare, die klischeehafter nicht sein konnten. Hier ein paar beispielhafte Auszüge:
Der Fahrer des Jeeps wollte gerade losfahren, als die Ehefrau des, nennen wir es Paar Nummer 1, panisch aufsprang und rief: “Mein Mann! Mein Mann fehlt noch!” Und schwupps hüpfte sie leichtfüßig von der Ladefläche, um wenige Minuten später laut schimpfend und mit einem vor sich hin murmelnden Mann (“Ja ja, ist ja gut, ich wieder, ich mach ja immer alles falsch”) wieder zu erscheinen.
Beim Anschnallen trat beim Ehemann von Paar Nummer 2 leider das Problem auf, dass der Gurt nicht um seinen Bierbauch gespannt werden konnte und der Fahrer zu Hilfe eilte. Dieser deutete lachend auf den Bauch und fragte “Baby? Baby?”. Ehemann 2 konterte schlagfertig: “Nee, Bier!”
Von der Pier aus ging es dann zunächst zu einer Kautschukplantage. Oder besser gesagt zu einer direkt an der Straße gelegenen und extra für Touristen angelegte Mini-Anlage zu Demonstrationszwecken. Hier konnten wir dann schwitzend etwas über die Gewinnung von Kautschuk lernen und waren froh, als es endlich weiterging und der Fahrtwind für Abkühlung sorgen konnte.
Jetzt ging der rasante Part der Tour los. 40 Minuten fuhren die Jeeps mit abenteuerlicher Geschwindigkeit im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein ins Inselinnere. Die Fahrt glich aufgrund der unebenen Böden und den an- und absteigenden Straßen einer Achterbahnfahrt und wir wurden allesamt gut durchgeschüttelt. Ehefrau Nummer 2 kommentierte die Fahrweise mit einer unschlagbaren Logik: “Das machen die mit Absicht! Weil’s so teuer war!”, während Ehefrau Nummer 1 mit ihrer Spiegelreflexkamera ein Foto nach dem anderen schoss, woraufhin Ehemann Nummer 2 anerkennend nickend meinte, das sei ja auch ungewöhnlich, eine Frau, die fotografieren könne. Ehemann Nummer 1 warf ein: “Ja, Fotos macht alle meine Frau, ich mach die sowieso nur falsch. Da lass ich es lieber gleich bleiben. Nene, das soll sie dann schön selber machen. Ich hab meine eigene kleine Kamera immer dabei, und wenn ich was Schönes sehe, dann mach ich damit ein Foto und das muss dann nur mir gefallen.”
Der nächste Halt bot uns eine tolle Aussicht über die Insel und eine goldene Buddha-Statue. Vorher wurde uns noch gesagt, dass man dem Buddha beim Fotografieren keinesfalls den Rücken zuwenden darf, was jedoch leider nicht von allen befolgt wurde.
Weiterhin hatten wir die Möglichkeit, einen kleinen Tempel mit Ausstellung zum Leben der Einheimischen anzuschauen. Hierzu musste man vor dem Tempel die Schuhe ausziehen, was uns ebenfalls vorher von der Reiseleitung mitgeteilt wurde. Ehefrau Nummer 2 marschierte jedoch schnurstracks mit ihren Turnschuhen die Treppen des Tempels hinauf. Auf eine höfliche Anmerkung eines Mitreisenden, dass man die Schuhe doch ausziehen müsse, schaut sie verblüfft drein und antwortete schnippisch: “Achso. Woher soll ich das denn wissen. Steht ja alles nur auf Schingschong hier da.” Gemeint waren wohl die in Landessprache verfassten Hinweisschilder.
Nach dem kurzen Aufenthalt ging es weiter zum Namunang-II-Wasserfall, an dem man eine Stunde Aufenthalt hatte und der von allen Touristen fotografiert und bestaunt wurde. Einige Mutige trieben die heißen Temperaturen sogar in das trübe Wasser. Wir packten ebenfalls unsere Kameraausrüstung aus und schossen ein paar Fotos. Danach schlenderten wir noch an Souvenirständen vorbei und überlegten eventuell noch etwas zu essen. Auf dem Weg dorthin stellten wir jedoch fest, dass der Rest unserer kleinen Jeep-Reisegruppe bereits wieder auf der Ladefläche Platz genommen hatte und ungeduldig auf unsere Rückkehr wartete, damit es endlich zum Schiff zurück gehen konnten. Also fügten wir uns dem Willen der Mehrheit und wurden zurück zur Pier gebracht, von wo aus das Tenderboot uns zurück zum Schiff brachte.













