Galle und Geschichte

Woche 3

Etwas Geschichte

Wir sind nun schon die dritte Woche in unserer zwischenzeitlichen “Wahlheimat” Galle. Zeit, für etwas Geschichte und jede Menge Fun Facts!

Der ungewöhnlich Name der siebtgrößten Stadt des Landes stammt vom singhalesischen Wort “Gala”, was soviel wie Fels, Berg oder Rastplatz bedeutet. Die Holländer, die die Stadt im Jahre 1640 mit nur 2000 Mann von den Portugiesen eroberten (diese waren über ein Jahrhundert vorher (1505) eher zufällig durch ein Unwetter auf hoher See dort gelandet), verwechselten deren Namen jedoch mit dem lateinischen Wort “Gallus” -der Hahn. Die richtige Aussprache des Namens haben wir immer noch nicht rausgefunden, manche (Einheimische wie Touristen) sprechen Galle wie “Gohl” aus, andere wiederum wie die “Galle”, mit Betonung auf der letzten Silbe.

Im Jahre 1789 wurde Galle erneut von einer anderen westeuropäischen Macht übernommen: Die Briten “angelten” sich Galle ohne dass es zu einem Kampf kam.

Vom lebhaften Busbahnhof Galles aus, an dem die bunten Busse um die Wette hupen (remember: Wer hupt, gewinnt!), gelangt man vorbei an einem riesigen Cricket-Stadion in den auf einer kleinen Halbinsel gelegenen alten holländischen Stadtkern, das Fort. Durch das “Neue Tor” gelangt man durch die mächtigen Wälle der Befestigungsanlagen und fühlt sich sofort wie in einer anderen Welt. Eben noch im sri-lankischen Getümmel erwartet einen in Fort eine kleine Welt mit europäischem Flair, wunderschönen Kolonialbauten (insgesamt 400, 240 davon gehören Einheimischen, 100 den Behörden, der Rest Ausländern) und zahlreichen Touristen.

 

Auf den Wällen kann man einmal um das Fort herum laufen, die Promenade ist bei vielen Touristen beliebt. Von hier aus hat man einen wundervollen Ausblick auf das türkisfarbene Meer, dessen Wellen an den Steinmauern brechen. Spaziert man eine Weile auf der Promenade, kommt man an verschiedenen Bastionen vorbei (so z.B. Triton Bastion, Neptune Bastion, Aeolus Bastion etc.) und man erreicht schließlich den Leuchtturm, welcher auf der Point-Utrecht-Bastion steht.

Crêpes und mehr

In den kleinen Gässchen des Forts reiht sich Café an Café, die allesamt zum Verweilen einladen.. Natürlich sind die Preise hier denen der westlichen Welt angeglichen, eine unmittelbare Folge der zahlreichen Touristen. Nichtsdestotrotz lässt man sich trotzdem gerne in den bunten klimatisierten Räumlichkeiten nieder. Mein persönlicher Favorit ist das/die “Crêpeology”, ein kleines Lokal, welches etwas versteckt über eine Treppe zugänglich ist und neben leckerem frischem Eistee vorzügliche Crêpes serviert. Auf bunten Sofas oder Stühlen kann man die wundgelaufenen Füße ausruhen und die Ventilatoren spenden eine angenehme Kühle.

 

Kurioses Durcheinander

Neben kleinen Kirchen und zahlreichen Museen wartet im Fort das Dutch Period Museum oder auch Historical Mansion genannt auf einen Besuch. Der Eintritt ist frei und man kann in dem 157 Jahre alten Gebäude die Sammlung des Edelsteinhändlers und Sammlers H.M.H.A. Gaffar bewundern. Dieser sammelte in seinem Leben alles, was er ergattern konnte: Von chinesischem Porzellan über alte Schreibmaschinen und Möbel bis hin zu Geldscheinen und Münzen aus aller Herren Länder findet man dort alles, was das Sammlerherz höher schlagen lässt. Sogar medizinische Instrumente wie ein altes Stethoskop und Geburtszangen sind hier zu Hause. Das Museum wurde 1992 eröffnet und am Ende des Rundganges kann man, wenn man möchte, eine kleine Spende für die Spendenbox da lassen.

Fazit

Das Fort ist ein typischer Urlaubsort und ein willkommener Kontrast zum Rest des lauten, hektischen und heißen Galle. Allerdings verpasst der, der sich nur das Fort ansieht mit Sicherheit des Großteil des  “richtigen”, ursprünglichen Sri-Lankas mit seinen Einheimischen und ja, auch den durch die Straße rasenden um die Wette hupenden bunten Bussen.