1. Seetag
18. März 2016Als wir am Morgen die Gardinen aufzogen, begrüßten uns die Wellen der hohen See, was im ersten Moment ganz schön komisch war, denn von der zu sehenden Fahrtgeschwindigkeit war in der Kabine nichts zu merken.
Heute stand der erste Seetag an, das heißt wir hatten endlich Gelegenheit, die „Mein Schiff“ zu erkunden. Hier ein paar ausgewählte Fakten zur Ausstattung des Schiffs:
- 13 Decks
- 6 Restaurants
- 2 Bistros
- 12 Bars und Lounges
- Spa & Sport-Bereich
- Theater
- Bibliothek
- und vieles mehr
Wie zu sehen ist, konnte einem durch das große Angebot nie langweilig werden. Zudem gab es für jeden Tag am Vorabend ein Tagesprogramm in die Kabine gelegt, aus dem man seinen Interessen entsprechend Aktivitäten auswählen konnte.
Über den Tag verteilt hörten wir uns einen Vortrag zu den nächsten zwei Reisezielen Koh Samui und Ho-Chi-Minh-Stadt an, schlemmten am asiatischen Buffet mit Live-Musik und besuchten die Einkaufspassage “Neuer Wall”. Hier fand gerade eine Handpflege-Präsentation statt, bei der in erster Linie Produkte zur Verringerung von Altersflecken und Falten vorgestellt wurden…Hiermit wurde eindeutig das Hauptklientel so einer Kreuzfahrt angesprochen. 😉
Da ich anscheinend noch unter akutem Schlafmangel litt, wollte ich mich nachmittags nur kurz mal ausruhen, während Alexander zur Casino-Einführung wollte. Nach gut zwei Stunden schlug ich erschrocken die Augen wieder auf. Alexander war jedoch immer noch nicht wieder zurückgekehrt und langsam machte ich mir Sorgen um unsere Reisekasse. Als er endlich wieder auftauchte, hatte er aber zum Glück nur die 5€ verspielt, die es als Gutschein zur Casino-Einführung dazu gab.
Am Abend gingen wir im “Atlantik” essen, wo uns ein edles 5-Gänge-Menü erwartete. Es war wirklich sehr lecker und im Premium-Alles-Inklusive-Paket mit dabei. Am Ende kam ich mir dann ganz komisch vor, einfach ohne zu bezahlen aufzustehen und zu gehen. Im Aufzug wurden wir übrigens von einem anderen Ehepaar angesprochen: “Euch hab ich schonmal gesehen! Im Fernseher! In dem Reisefilm.” Während der Kreuzfahrt gab es nämlich ein Filmteam, das verschiedene Stationen und Ausflüge der Fahrt filmte und daraus einen Reisefilm zusammenschnitt, den man am Ende der Reise für “nur” 69€ kaufen konnte und der während der Reise jederzeit in der Kabine oder in der Fotogalerie angesehen werden konnte. Alexander und ich waren tatsächlich beim Check-In gefilmt worden, aber nur für ein bis zwei Sekunden zu sehen. Weshalb wir dem Ehepaar trotz der kurzen Zeit aufgefallen waren? Vielleicht lag es an dem recht auffälligen Größenunterschied, der zwischen uns herrscht, vielleicht entsprachen wir aber auch aufgrund unseres Alters und Aussehens so gar nicht dem typischen Kreuzfahrtklientel, viellicht trug beides dazu bei. 😉
Am Abend stand der nächste Programmpunkt an: Wir besuchten einen Tanzkurs zum Cha Cha Cha beim Tanzlehrer Udo mit dem treffenden Nachnamen Wendig. Danach ging es ins Theater zur Show: Cinema Songs. Doch vorher stellten sich noch unser Kapitän, Mats Nelson, und seine leitenden Offiziere vor. Ich habe ein paar Fotos von der Show gemacht, jetzt kann überlegt werden, welcher Song bzw. dazu gehöriger Film interpretiert wurde. Noch eine kleine Anekdote: Das Publikum wurde natürlich zum Mitmachen aufgefordert und so war ein bekannter Song aus dem Film “Casablanca” gesucht. Aus der Reihe hinter uns ertönte daraufhin lautstark “Ey, dat is bestimmt Malle is nur einmal im Jahr!” Daraufhin wurde klar, dass wir wohl nicht die einzigen waren, die nicht zu den sonst so üblichen Gästen einer Kreuzfahrt gehörten. 😉
Nach der Show machten wir noch einen Abstecher in die von der Kreuzfahrtdirektorin gepriesene Abtanzbar. Doch hier erwarteten uns nur eine Handvoll Discofox tanzende Leute älteren Semesters und Helene Fischer, weshalb wir schnell das Weite suchten und uns einen Drink am Polodeck gönnten.
In der Nacht wurde die Uhr um eine Stunde zurückgestellt, was eine Stunde mehr Schlaf bedeutete.


